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    Amma Darko  
    Between Two Worlds  
   

Exposé von Amma Darko (Autorin)

Der Schauplatz: Deutschland in den frühen 1960ern. Die Pfade einer hübschen blonden jungen Frau, Ursula Reitz, und eines erheblich älteren Afrikaners aus Ghana, Jofri Teiko, kreuzen sich in der Textilfachschule der deutschen Kleinstadt Lauterbach. Allen Widrigkeiten zum Trotz verlieben sie sich ineinander.

Bevor sie Jofri traf, war Ursula nur ein einziges Mal einem schwarzen Mann begegnet, einem schwarzen amerikanischen Soldaten kurz nach dem Krieg. Sie war damals erst vier Jahre alt gewesen. Ursprünglich hatte Ursula nicht Textiltechnik studieren wollen. Die Lebensumstände führten dazu, dass sie das Studienfach ihrer Wahl, wissenschaftliches Bibliothekswesen, nicht studieren konnte. Ereignisse und Zufälle überzeugten Ursula davon, dass sie und Jofri füreinander bestimmt waren. Für sie war es Liebe auf den ersten Blick.

Jofris Reise nach Deutschland begann mit der Einrichtung des Goethe-Instituts in Accra, der Hauptstadt von Ghana. Es öffnete für Ghanaer den Weg zu reisen und im damaligen Westdeutschland zu studieren. Jofri war einer der wenigen Glücklichen, die ein Stipendium erhielten um ein produktionswichtiges Fach in Westdeutschland zu studieren.

Beide, sowohl Jofri als auch Ursula, traten mit ihrer jeweiligen Last in die Beziehung ein.

Ursula war während des Kriegs geboren, eine ungeplante und unerwartete Schwangerschaft. Sie hatte eine schwierige Beziehung zu ihrem Vater. Ihre Mutter unterstützte sie, doch Ursula musste schon früh lernen auf sich allein gestellt zu leben.

Jofris Last war komplizierter. Er war zutiefst abergläubisch. Die Umstände seiner Geburt, seine familiären Wurzeln, die Familiengeschichte und seine frühe Kindheit sind alle vergraben im Aberglauben. Noch als Kind wurde er dann von einem presbyterianischen Missionarspaar adoptiert und im christlichen Glauben erzogen. Die Offenbarung seines Konflikts, der aus seinem spirituellen Aufruhr und seiner Verwirrung erwuchs, war nur eine Frage der Zeit.

Jofri und Ursula heiraten nach dem Studium. Sie ziehen nach Ghana. Sie bekommen zwei Mädchen…….

Es handelt sich um Fiktion, die teilweise inspiriert ist von einer wahren Geschichte. Die Szenen spielen zwischen Ghana und Deutschland, beginnend im Zweiten Weltkrieg, durch die Kolonialgeschichte Ghanas hindurch bis zu seiner Unabhängigkeit. Die beiden Zwillingsmädchen gehören sowohl in Ghana als auch in Deutschland nicht richtig dazu.

Vor dem Hintergrund der Hauptgeschichte gibt es auch historische Verbindungen zwischen Ghana und Deutschland, beispielsweise die Geschichte der Lufthansa in Ghana und die Einladung der Pilotin Hanna Reitsch nach Ghana durch den ghanaischen Präsidenten Kwame Nkrumah. Da ist auch der Auschwitz-Arzt Horst Schumann, der nach dem Krieg der Verfolgung entronnen ist. Er ließ sich in Ghana nieder und widmete sein Leben der Versorgung und freien medizinischen Pflege der Armen. Schließlich ist da noch Anton Wilhelm Amo, dessen Namen Jofri annimmt.

Es gibt auch ein gehöriges Maß Humor. Wie zum Beispiel soll eine hübsche blonde Tochter in den 1960er Jahren ihrem Vater die Botschaft übermitteln, dass der Mann, in den sie sich verliebt hat und den sie heiraten möchte, ein Afrikaner ist?

 Die Geschichte beginnt mit dem alten und schon lange im Ruhestand befindlichen Jofri, der in einen Autounfall verwickelt ist. Unsere erste Begegnung mit Ursula findet in der Wohnung einer ihrer Zwillingstöchter statt. Die Zwillinge Ania und Nadia haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten in Deutschland bei ihrer Mutter Ursula gelebt. Ihre ersten elf Lebensjahre hatten sie bei ihrem Vater Jofri in Ghana verbracht. Ania packt gerade für ihre erste Reise nach Ghana seit zwanzig Jahren. Anlass ist die inständige Bitte des sterbenden und spirituell bedrängten Jofri. Mit allem, was in ihm noch an Energie verblieben ist, erwartet Jofri die Ankunft Anias um ihr in die Augen zu sehen und ihr einen Umschlag auszuhändigen, der einen fast dreißig Jahre alten Zeitungsausschnitt enthält über die junge Ursula.

(Übersetzung: Regina Bouillon)
 
       
    Das Literaturmagazin "The Missing Slate" hat einen Auszug von "Between Two Worlds" veröffentlicht.